Bernd Michallik (SPD). „Schlechtere Bezahlung von Frauen ist ungerecht“

Landkreis Verden (hm). SPD-Kreisvorsitzender Bernd Michallik und Dietmar Teubert, Vorsit-zender der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Landkreis Verden, haben die Niedersächsische Landesregierung aufgefordert, eine Bundesratsinitiative zu starten, welche insbesondere die erforderlichen rechtlichen Voraussetzungen zur Schaffung einer Entgeltgleichheit von Männern und Frauen beinhaltet.

Zudem wird von Michallik und Teubert von der Landesregierung erwartet, sich im Bundesrat positiv gegenüber  einer entsprechenden Initiative der SPD-regierten Freien Hansestadt Hamburg zu verhalten.

Dies begründet Bernd Michallik wie folgt: "Nach wie vor gilt auf dem Arbeitsmarkt grundsätz- lich die Formel "Frauen verdienen weniger als Männer", bei gleicher Tätigkeit, Ausbildung, Qualifikation und Erfahrung. Der Lohnunterschied beträgt immer noch durchschnittlich rund 22 Prozent. Das ist nicht nur hochgradig ungerecht und antiquiert, sondern auch volkswirtschaftlich unverantwortlich. Wir brauchen uns auf der einen Seite auch im Landkreis Verden nicht den Kopf über Maßnahmen gegen Fachkräftemangel zerbrechen, wenn wir auf der anderen Seite zulassen, dass ein großer Teil der Fachkräfte strukturell schlechter gestellt werden, nur weil sie Frauen sind", rügt der SPD-Kreisvorsitzende.
 

Gleiches gilt nach Auffassung von Dietmar Teubert für die so genannte gläserne Decke und die geringe Beteiligung von Frauen in Spitzenjobs wie den Aufsichtsräten börsenorientierter und mitbestimmter Unternehmen. Dort fordern SPD und Gewerkschaften eine Mindestquote und unterstützen den Hamburger Vorstoß nach einer zweistufigen Einführung von zunächst 20 Prozent und dann 40 Prozent, auch wenn das aus Sicht der Gewerkschaften nur eine Minimalvariante ist.

AfA- und DGB-Kreisvorsitzender Teubert weist darauf hin, dass Appelle und Selbstver-pflichtungen in der Vergangenheit wenig gefruchtet haben. Daher ist auch der Bundesgesetz- geber gefordert, über rechtliche Regelungen nachzudenken. Die hiesigen Sozialdemokraten und Gewerkschafter ermutigen die Landesregierung ausdrücklich, dazu einen entsprechenden Impuls aus dem Land Niedersachsen zu senden.