Dyck (SPD): Deutschlandstipendium ist ein Flop

Landkreis Verden (hm). SPD-Bildungsexperte Gerard-Otto Dyck (Verden) hat das von CDU und FDP eingeführte Deutschlandstipendium als großen Misserfolg bezeichnet, weil nur knapp 14 000 Studierende diese monatliche Förderung von 300 Euro erhalten. Das seien lediglich 0,6 Prozent aller Studentinnen und Studenten in Deutschland. Deshalb fordert der Verdener SPD-Kreistagsabgeordnete Dyck den sinnvollen Ausbau des BAföGs als Alternative.

Gerard-Otto Dyck

Für den SPD-Bildungsexperten gehört zu einer sozial gerechten Studienfinanzierung, dass das sozialdemokratische Erfolgsmodell BAföG als Beitrag zur Sicherung der Studienfinanzierung nachhaltig ausgebaut wird, damit es mehr Chancengerechtigkeit beim Hochschulzugang gibt. Dyck schlägt deshalb vor, das BAföG weiter auszubauen. Schließlich garantiere das BAföG schon jetzt eine verlässliche Förderung für aktuell mehr als 900 000 junge Erwachsene in Studium und Ausbildung. Während das CDU/FDP-Deutschlandstipendium hingegen nur für leistungsstarke Studenten ins Leben gerufen wurde.

Gerard-Otto Dyck verweist darauf, dass gerade Jugendliche aus sozial schwächeren Familien den Rechtsanspruch auf ein verbessertes BAföG benötigen. Ihnen helfe das unverbindliche und leistungsabhängige Stipendium wenig. Auch seien es statistisch gesehen insbesondere junge Menschen aus Akademikerfamilien, die das Deutschlandstipendium erhalten. Als sinnvolleren Leistungsanreiz bezeichnete es Dyck, gerade junge Menschen aus sozial schwächeren Familien für ihre Studierleistungen dadurch zu belohnen, dass ihnen ein großer Teil der BAföG-Schulden erlassen wird. Es sei bedauerlich, dass heute selbst Top-Studenten von seinen BAföG-Schulden nichts mehr erlassen werde.

Einen klaren Nachteil sieht Dyck auch bei strukturschwachen Regionen. Denn das Deutschlandstipendium wird jeweils zur Hälfte vom Bund und privaten Sponsoren gezahlt. So werden bekanntlich Stipendien viel leichter dort vergeben, wo es eine starke Wirtschaft gibt.
Während sich demnach Studentinnen und Studenten in wirtschaftlich starken Bundesländern über eine Vielzahl an von Stipendienzusagen freuen können, so Gerard-Otto Dyck, gehen Studenten aus den nord- und ostdeutschen Bundesländern häufig leer aus.