Die SPD-Fraktion möchte es bezüglich der Nordbrücke B215 über die Aller genauer wissen

Die SPD-Fraktion im Verdener Stadtrat zeigt sich sehr beunruhigt über den derzeitigen baulichen Zustand der "Nordbrücke" im Zuge der B215 - Aller-Querung in Verden. Mit der plötzlichen Feststellung der Reparaturbedürftigkeit der Brücke gibt sich die Fraktion nicht zufrieden. "Wir wollen es genauer wissen, da der jetzige Zustand und die jetzige Verkehrsführung mehr als nur Nachteilig für unsere Stadt ist" so SPD-Ratsmitglied Carsten Hauschild.

Carsten Hauschild

 Die SPD-Ratsfraktion hat daher eine Anfrage an den städtischen Bürgermeister Lutz Brockmann zur entsprechenden Klärung gestellt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Brockmann,

im Namen der SPD Fraktion bitte ich Sie folgende Fragestellung bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und den zuständigen Ministerien zur Beantwortung vorzutragen und um schnelle Klärung zu bitten.
Wie wir bereits in der letzten Ratssitzung in einer Mitteilung gehört haben, ist im Zuge der Allerquerung der B215 die Nordbrücke auf max.12to bzw. einspuriger Verkehr reduziert worden.

Mir liegen Dokumente aus dem Bundesverkehrsministerium vor, wonach Herr Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Josef Kunz, Leiter der Abteilung Straßenbau im Bundesverkehrsministerium mit Schreiben vom 26.05.2011 folgendes schreibt:
„Mit meinem Schreiben vom 09.02.2010 habe ich darauf hingewiesen, dass vor allem durch den überproportional gestiegenen Schwerverkehr bei älteren Brückenbauwerken zunehmend Abnutzungserscheinungen auftreten, die dringend eine Grundinstandsetzung und Ertüchtigung der Bauwerke erfordern. Dementsprechend sind nach der mit den Brückenreferenten im Rahmen mehrerer Bund/Länder Dienstbesprechungen abgestimmten Strategie zur Nachrechnung und Ertüchtigung älterer Brückenbauwerke auf der Grundlage einer Dringlichkeitsreihung zeitnah die erforderlichen Arbeitsschritte durchzuführen. Zur Nachrechnung der Bauwerke wurde, um eine bundeseinheitliche Handhabung und Bewertung der Ergebnisse sicherzustellen, die „Richtlinie zur Nachrechnung von Straßenbrücken im Bestand (Nachrechnungsrichtlinie – Ausgabe 05/2011)“ erarbeitet. —) Zitat Ende“

Schon die ersten Sätze haben mich aufhorchen lassen. Die für die B215 zuständige Behörde hat seit Feb. 2010 gewusst (sicher aber seit 26.05.2011) dass es zu dieser Nachberechnung und damit zur Sanierung der Brücke kommen muss! Zudem ist der Behörde schon sehr lange der bauliche Zustand der Brücke bekannt, so dass den Mitarbeitern, wie auch der Leitung der Behörde die direkten, wie indirekten Konsequenzen sowohl für den überregionalen, aber auch den innerstädtischen Straßenverkehr, wie auch für die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft bekannt sein mussten.

Aus dieser Tatsache ergibt sich folgende Fragestellung:

– Wurden seit 2010 Schritte zur kurzfristigen Sanierung und Planung eines Neubaus eingeleitet?
– Woran hat es gelegen, dass die Nachberechnung in 2013 durchgeführt wurde und die Brücke, möglicherweise in Kombination mit Bauwerksschäden, abgelastet (auf 12to) wurde?
– Ist das zuständige Amt personell ausreichend besetzt?
– In welcher Zeit werden die notwendigen kurzfristigen Schritte zur Stabilisierung der Brücke vorgenommen?
– Wir bitten um Darstellung einer Detailierung des Vorgehens der Behörde.
– Sind die Planungen für die Verstärkung und den Neubau personell und finanziell gesichert?

Wir bitten die Fragen kurzfristig zu klären und die Behördenleitung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr um eine direkte Stellungnahme in einer Stadtratssitzung.