Peter Bohlmann warnt vor Angstmache beim demografischen Wandel

Verden/Landkreis (hm). Mit der absehbar sinkenden Bevölkerung und dem steigenden Durchschnittsalter im Landkreis Verden befassten sich die SPD-Kreistagsfraktion und der SPD-Ortsverein Verden auf einer gemeinsamen öffentlichen Diskussionsveranstaltung in Anwesenheit der SPD-Bundestagsabgeordneten Christina Jantz im Verdener Hotel Höltje. Landrat Peter Bohlmann stellte in seinem Eingangsreferat dar, dass der Landkreis Verden je nach Prognose bis 2030 ungefähr 10 % der Bevölkerung verlieren wird

Peter Bohlmann, Christina Jantz,
Heinz Möller, und Gerard-Otto Dyck

und dann nur noch 120 000 Einwohner im Landkreis Verden leben würden.

Damit gelte der Landkreis Verden noch als eine vergleichsweise stabile Region in Niedersachsen. "Gerade im Südosten Niedersachsens gibt es Landkreise, die bis zu einem Viertel ihrer heutigen Einwohnerzahl verlieren werden", so Bohlmann. Ebenso günstige Daten hätte es im Bezug auf dem Landkreis auch bei der letzten Bevölkerungserhebung, dem Zenss gegeben.

Dennoch plädierte Bohlmann dafür, sich rechtzeitig auf die Veränderungen einzustellen. Seine These war, dass eine abnehmende Bevölkerungszahl und eine veränderte Bevölkerungsstruktur kein großes Problem darstellen muss, wenn sich die Kommunen rechtzeitig und vorausschauend darauf einstellen.

Städte, Gemeinden und Landkreise müssen gegensteuern, anpassen und umbauen. Gegensteuern heißt attraktiv für junge Familien zu sein. Und wichtig für junge Familien seien gute Bildungseinrichtungen für Kinder, hochwertige schulische Angebote und ein leistungsfähiges Breitbandnetz sowie ein gutes Arbeitsplatzangebot für beide Elternteile.

Im Bezug auf den Umbau führte Bohlmann aus, dass Infrastruktur teilweise zurückgebaut werden müsse. Für die kommunale Bauleitplanung bedeute das, den Innenbereich in den Gemeinden und Städten zur stärken und möglichst keine Baugebiete mehr außerhalb auszuweisen. Altersgerechter müsse auch der ÖPNV, der Wohnungsbau und die Gesundheitsversorgung werden.

In seiner Zusammenfassung vertrat der Landrat in der vom SPD-Kreistagsabgeordneten
Gerard-Otto Dyck moderierten Tagung die Auffassung, dass in vielen Diskussionen der demografische Wandel überdramatisiert und als Argument für den Abbau sozialer Leistungen missbraucht werde. Entscheidend für Wachstum und Wohlstand sei nicht die absolute Bevölkerungszahl, sondern das Verhältnis der erwerbstätigen Bevölkerung zur nichterwerbstätigen.

Deshalb komme auch der zukünftigen Sicherung von Fachkräften eine zentrale Bedeutung zu. Berechnungen hätten ergeben, dass im Landkreis Verden 2025 cirka 8 500 Menschen im erwerbsfähigen Alter weniger im Landkreis leben würden, wodurch jeder 10 Arbeitsplatz unbesetzt sein könnte. Dem Problem versucht der Landkreis Verden mit seiner Fachkräfteoffensive zu begegnen.

Das Foto von Anton Werle zeigt die Verdener SPD-Kreistagsabgeordneten Gerard-Otto Dyck und Heinz Möller im Gespräch mit Landrat Peter Bohlmann und SPD-Bundestagsabgeordnete Christina Jantz.