Carsten Hauschild warnt vor Folgen des Frackings

SPD-Informationsveranstaltung im Liekedeeler Verden/Landkreis (hm). Vor den Folgen des Frackings für Mensch und Umwelt warnte am Donnerstagabend im Restaurant Liekedeeler Experte Carsten Hauschild auf einer von Gerard-Otto Dyck moderierten Informationsveranstaltung des SPD-Ortsvereines Verden. Dazu wartete SPD-Ratsmitglied Hauschild mit beängstigenden Daten und Fakten auf.

Besonders hob er die Gefahren für Wasser und Boden hervor. Beim Fracking würden immerhin mehr als 200 verschiedene Chemikalien und Biozide eingesetzt, darunter auch Benzole, Quecksilber, Toluol, Ethyle und Xoluol, die nach Ansicht von Medizinern schwere Leber- und Nierenschäden verursachen können. Auch die hohe Krebshäufigkeit in der hiesigen Förderregion nannte Carsten Hauschild Besorgnis erregend. Weiter ging der Experte der hiesigen Sozialdemokraten auf die Problematik mit dem Lagerstättenwasser ein, zumal dieses radioaktive Stoffe, giftige Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle enthalten könne..

 

Unbefriedigend ist für Carsten Hauschild auch die Entsorgung von Abfällen und Abwässern. Immer wieder müssen große Mengen an Brauch-, Abwasser und Bohrschlamm, die mit radioaktiven Isotopen, Schwermetallen und Salzen belastet sind, teilweise über weite Strecken transportiert und entsorgt werden. Auch in der hiesigen Förderregion sei richtigerweise erkannt worden, so der Referent, dass zur potenziellen Gefahr der Verseuchung des Grund- und Trinkwassers durch Fracking noch der hohe Wasser- und Flächenverbrauch, die Gefahr von Erdbeben und Bergsenkungen sowie diverse Verkehrs- und Umweltbelastungen kommen.

 

Carsten Hauschild äußerte ferner freimütig die Auffassung, dass "durch Fracking für niemanden ein solcher Nutzen entstehen kann, der es Wert ist, die Reinheit des Wassers, unsere Gesundheit und die Schönheit der Landschaft aufs Spiel zu setzen".  Nach vielen weiteren Details wurde auf der SPD-Tagung der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Frackingverbot debattiert.

 

Hierbei wurde einmütig kritisiert, dass der ursprüngliche Gesetzentwurf von den SPD-Bundesministern Sigmar Gabriel und Barbara Hendricks unter den Händen von Kanzleramtsminister Peter Altmaier sehr verwässert worden ist. Dies will der SPD-Ortsverein Verden nicht hinnehmen und fordert dazu weiterreichendere Verbotsmaßnahmen. Darüber soll jetzt schnell mit der heimischen Bundestagsabgeordneten, Christina Jantz, gesprochen werden, um über das anstehende Gesetzgebungsverfahren im Deutschen Bundestag noch wesentliche Nachbesserungen zu erreichen.