Bernd Michallik: Zur Willkommenskultur gehören Sprachkurse

Jahresauftakt der Kreis-SPD in Langwedel - Flüchtlingsprobleme debattiert Langwedel/Landkreis (hm). Zur Entwicklung einer Willkommenskultur für Einwanderer und Flüchtlinge gehört neben einer menschenwürdigen Unterbringung insbesondere der Ausbau der Sprachförderung. Dies erklärte SPD-Kreisvorsitzender Bernd Michallik am Dienstag auf der Jahresauftaktkonferenz der Kreis-SPD im Gasthaus Klenke in Langwedel.

Bernd Michallik

"Ein erfolgreicher Spracherwerb ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Hier kann und muss Deutschland auf allen politischen Ebenen mehr tun", erklärte Michallik auch vor dem Hintergrund, dass seit Ende letzten Jahres Geduldete und Flüchtlinge bereits nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland eine Arbeit aufnehmen dürfen. Mit der Arbeit könne es jedoch nur klappen, wenn diese Menschen der deutschen  Sprache mächtig sind.

 

Der SPD-Kreisvorsitzende berichtete über eigene Gespräche mit den neuen Mitbürgern. Er habe diese als qualifiziert und motiviert wahrgenommen und die Überzeugung gewonnen, dass diese Menschen auch wegen des akuten Fachkräftemangels gebraucht werden. Die Integration der Flüchtlinge in das Arbeitsleben dürfe jedoch nicht an Sprachbarrieren scheitern, betonte Bernd Michallik nachdrücklich.

 

Der SPD-Kreisvorsitzende forderte deshalb in Langwedel, dass neben dem seit zehn Jahren bestehenden Rechtsanspruch auf einen Sprach- und Integrationskurs nach dem Zuwanderungsgesetz, jetzt auch Asyl- bewerbern und Geduldeten in Zusammenarbeit mit dem Land den frühen Spracherwerb zu ermöglichen. Zur Durchführung der Kurse sei insbesondere die hiesige Kreisvolkshochschule in der täglichen Praxis hervorragen geeignet.

 

Gerade ein erstes Starterpaket zum ersten Spracherwerb und zur Einführung in soziale und politische Verhältnisse vor Ort hält Michallik für sehr nützlich und "bestimmt attraktiv für viele zugewanderte Menschen". Michallik gab auch die Richtung vor. Durch eine gemeinsame Anstrengung mit mehr Mitteln von Bund und Land und dem hochqualifizierten Fachpersonal des Landkreises Verden muss es bereits in nächster Zeit gelingen und möglich gemacht werden, angesicht des großen Bedarfs und der Erfordernisse für Integration und Arbeitsmarkt eine kommunale Strategie zu entwickeln.

 

Breiten Raum nahm in Langwedel auch die Debatte und Meinungsbildung über das SPD-Positionspapier "Zukunft der ländlichen Räume Nord-Niedersachen" ein, dessen Konzept von SPD-Kreisgeschäftsführer Roland Güttler erläutert wurde. Die SPD im Landkreis Verden ist aufgefordert, Antworten auf die Probleme bei der Bewältigung des Demografischen Wandels zu geben, sich den neuen Anforderungen bei Infrastruktur und Daseinsvorsorge zu stellen, ein offenes Ohr für die Entwicklung einer Willkommenskultur für Flüchtlinge zu haben sowie die Sicherung der Krankenhausversorgung in unserer heimischen Region in Hannover einzufordern, unterstrich Roland Güttler.

 

Hierzu wurden in Langwedel eigene Vorschläge entwickelt, die in das Aktionsprogramm für den ländlichen Raum der SPD-Nord-Niedersachsen einfließen sollen, welches im Juni auf einem SPD-Bezirksparteitag verabschiedet werden soll. Bisher haben außerdem schon Vertreter der Landjugend und Landwirtschaft, des Handwerks, der Feuerwehr und der Soziokultur ihre Vorstellungen bei der Erarbeitung des Rohentwurfes eingebracht, freute sich der SPD-Kreisgeschäftsführer.