Brief an den Parteivorsitzenden und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel

Lieber Sigmar, der Ortsverein Verden stellt mit großem Entsetzen fest, dass große Boulevard-Zeitungen mit Titelzeilen wie „Nein zu Pleite-Griechen“ und „ Deutschland sagt: Danke, Wolfgang Schäuble!“ die Not eines großen Teils der griechischen Bevölkerung mit Stammtischparolen abtun. Auch in gemäßigten Blättern wir der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung schreiben die Kommentatoren die Bemühungen des EU-Chefs Jean-Claude Juncker herunter, sobald er Verständnis für die griechische Situation zeigt.

Gerard-Otto Dyck

Wir bitten Dich als Parteivorsitzenden und Wirtschaftsminister alles zu tun, damit Weitblick und Sachverstand in dieser emotional aufgeheizten Diskussion wieder die Oberhand gewinnen. Es tröstet schon ein wenig, wenn namhafte SPD-Politiker wie Nils Annen die griechischen Bemühungen um einen eigenen, der Bevölkerung vermittelbaren, Kurs unterstützen.

Der SPD Ortsverein lehnt ein kompromissloses Festhalten an den Ablehnungsbeschlüssen von Wolfgang Schäuble ab und verweist darauf, dass diese Form der Sparpolitik vor dem Hintergrund höchster Jugendarbeitslosigkeit und einer rasant verarmenden Rentnergeneration, verbunden mit hoher Kindersterblichkeit und steigender Suizidrate so nicht ernsthaft von der SPD mitverantwortet werden kann.

Deshalb heißt unser Appell: Rückkehr zu ernsthaften Verhandlungen mit der demokratisch gewählten griechischen Regierung!

Deutschland ist ein starkes Land; es hat in früherer Zeiten vom EU-Land Griechenland massiv profitiert. Heute benötigt die griechische Bevölkerung unsere Unterstützung!

 

Mit freundlichen Grüßen

Gerard-Otto Dyck

-Vorsitzender-

SPD Ortsverein