Dyck: Wochen gegen Rassismus gute Gelegenheit für Zivilcourage

Verden/Landkreis (hm. Die derzeitigen Internationalen Wochen gegen Rassismus hat der Verdener SPD-Kreistagsabgeordnete und SPD-Chef Gerard-Otto Dyck zum Anlass für eine nachdenkliche Stellungnahme genommen. Dabei beklagt er, dass es mittlerweile fast jeden Tag in deutschen Städten zu Aufmärschen gegen eine angebliche Überfremdung Deutschlands kommt.

Gerard-Otto Dyck

Aber immer wieder werden sich diesen seltsamen "Spaziergängern" jeden Tag Tausende Menschen entgegenstellen, die sich zu Vielfalt und Demokratie und einer bunten Gesellschaft bekennen. In Verden wird dies beispielsweise am 18. April unter den Motto "Verden ist bunt" der Fall sein. Der SPD-Kreistags-abgeordnete vertraut darauf, dass sich wie in der Vergangenheit viele Sozialdemokraten daran beteiligen werden.

 

Es muss am 18. April auch in der Kreisstadt deutlich werden, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit weder zu Verden noch zu Deutschland gehören, schreibt Gerard-Otto Dyck in dem Aufruf. Antidemokratischen Entwicklungen müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen, aufklären und uns solidarisch zeigen. Dazu sind die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2015 und der Verdener Aktionstag am 18. April eine gute Gelegenheit, verdeutlicht der SPD-Kommunalpolitiker.

 

Dyck geht auch auf aktuelle Studien ein, die folgendes zeigen: Die Entwicklung rassistischer Einstellungen ist alamierend. Während als rechtsextrem eingestufte Aussagen deutlich weniger Zustimmung finden, erfahren im Vergleich bestimmte Minderheitengruppen eine gestiegene und besonders hohe Stigmatisierung. Dazu gehören insbesondere Asylsuchende, Muslime sowie Sinti und Roma. Die Abwertung von Asylsuchenden ist nach der "Mitte-Studie" der Universität Leipzig mit 84,7 Prozent der Befragten in Ost- und 73,5 Prozent der Befragten in Westdeutschland besonders bedrückend. Sinti und Roma ziehen immer noch bei mehr als der Hälfte der Deutschen Ressentiments auf sich, und fast die Hälfte der Deutschen lehnen  Muslime ab.

 

Der SPD-Kreistagsabgeordnete drückt für seine Partei die Erwartung aus, dass in den Städten und Gemeinden sowie beim Landkreis Verden langfristig die Finanzierung der wichtigen Arbeit von Initiativen und Organisationen bei ihrem Engagement gegen Rassismus und anderen Formen von Menschenfeindlichkeit sichergestellt wird. Dies ist eine wichtige Ergänzung der Landes- und Bundesförderung. Insbesondere werde diese Förderung  auch vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft benötigt.

 

Die Vorgänge in Tröglitz, wo ein ehrenamtlich tätiger Ortsvorsteher von Rechtsradikalen bedroht wurde oder die Morddrohungen von Rechts gegen Bundestagsvizepräsidentin Pau, würden nach den Worten Gerard-Otto Dycks in beklemmender Weise zeigen, wie wichtig eine funktionierende und wehrhafte Zivilgesellschaft für unsere Demokratie ist. Es ist Zeit für Zivilcourage an 365 Tagen im Jahr, unterstreicht Verdens SPD-Chef abschließend.