Große Probleme bei den Betriebs- und Heizkostenabrechnungen

Anne-Karen Quillfeldt als Rechtsberaterin des Mietervereines verabschiedet Verden/Landkreis (hm). Randolph Fries, Präsidiumsmitglied des Deutschen Mieterbundes (DMB) und zugleich Landesgeschäftsführer in Niedersachsen-Bremen der Mieterorganisation, war prominentester Teilnehmer und Akteur auf der Jahreshauptversammlung des Mietervereines für den Landkreis Verden, die am Dienstag von der Vorsitzenden Jette Plenge im Verdener "Akzent-Hotel-Höltje" moderiert wurde. Nicht nur Mitglieder, sondern

Randolph Fries

auch interessierte Gäste waren wie immer herzlich willkommen.

 

Das Referat von Randolph Fries stand unter der Themenstellung "Die zweite Miete – wohin galoppieren Betriebs- und Heizkosten" im Blickpunkt der Tagung. Zu Beginn klagte er jedoch darüber, dass die Mietpreisgrenze leider nur in angespannten Wohnungsmärkten zum Zuge komme und diese landesweit festgelegt werden sollen. Der Deutsche Mieterbund hätte sich hier eine generelle Regelung gewünscht. Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass Ministerpräsident Stefan Weil hierbei für Niedersachsen für eine konstruktive Lösung sorgen werde.

 

Bei den Heizkostenabrechnungen für 2014 sagte er auf Grund des milden Winters eine Entspannung voraus. Viele Mieterhaushalte werden daher mit Rückzahlungen rechnen können. Randolph Fries klagte in seinem Referat darüber, dass die Berechnung der Betriebskosten immer komplizierter geworden ist. "Da steigen nur noch Profis durch", rügte er. Jede zweite Abrechnung sei mittlerweile nach Erkenntnissen des Mieterbundes nachweislich falsch. Er empfahl daher, bei Ungereimtheiten in der Abrechnung Rat bei der Mietervereins-Rechtsberatung vor Ort einzuholen. Dies sollte auch dann gemacht werden, wenn der Vermieter keine Abrechnung vorlegt.

 

Zu den Tipps von Randolph Fries gehörte auch, dass Reparaturen in Betriebskostenabrechnungen nichts zu suchen haben und auch Hausmeisterkosten oft missbräuchlich angesetzt werden. Hier darf nur die genau definierte Hausmeistertätigkeit angesetzt werden.

 

 

Danach stellen Rechtsanwältin Jette Plenge den Geschäftsbericht und Monika Wille den Kassenbericht vor.

Plenge hob hervor, dass die Beratungsstunden des Mietervereines in den Städten Verden, Achim und Syke immer gut frequentiert sind. Besonderer Beratungsschwerpunkt seien die Heiz- und Betriebskostenabrechnungen. Außerdem würden von Hausbesitzern oft fragwürdige Mängellisten bei Wohnungs-wechseln erstellt. Mittlerweile habe die Beratung über das Internet enorm zugenommen, berichtete Plenge anschaulich. Sie schätzte hier, dass der Beratungsanteil schon bei 40 Prozent liege,

 

Über die Berichte von Fries und Plange wurde anschließend breit debattierte. Monika Wille konnte als Finanzverantwortliche der Mieterorganisation auf steigende Mitgliederzahlen und eine gesunde Kassenlage verweisen. Anschließend erfolgte der Revisionsbericht von Heinz Möller, der prognostizierte, dass auf Grund der soliden Kassenführung zumindest mittelfristig keine Beitragserhöhungen anstehen. Die Entlastung des Vorstandes war danach Formsache und erfolgte einstimmig.

 

Abschließend wurde es auf der Jahreshauptversammlung etwas wehmütig. Galt es doch die langjährige Rechtsberaterin der Mieterorganisation, Anne-Karen Quillfeldt, zu verabschieden. Die Juristin Quillfeldt musste ihr Engagement für den Mieterverein zugunsten ihrer anderweitigen Aufgabenbereiche anwaltlicher Tätigkeit aufgeben.  Herzlichen Beifall der Gäste und viele Dankesworte von Jette Plenge und Randolph Fries bekam Quillfeldt zu hören. Auch ein Abschiedspräsent hatte Plenge für ihre scheidende Kollegin dabei.