Jutta Liebetruth: Flüchtlinge sind eine Chance für unser Land

Kirchlinteln/Berlin. An einer zweitägigen Tagung des Bundesauschusses der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in der SPD nahm die SPD-Bildungsexpertin und stellvertretende AfB-Landesvorsitzende Jutta Liebetruth (Kirchlinteln) in Berlin teil. Im Mittelpunkt stand das Thema „Herausforderung Bildung und Flüchtlinge“. Liebetruth berichtete nach ihrer Rückkehr über den Verlauf.

Jutta Liebetruth

Die Delegierten waren sich einig, dass wir mitten in einer enormen Herausforderung stehen, im Blick nach vorne sich aber große Chancen für den Erhalt unserer Strukturen und eine gute Zukunft unserer gesamten Gesellschaft ergeben.

Mehr als die Hälfte der zu uns kommenden Flüchtlinge sind Kinder und junge Erwachsene. Die wichtigste bildungspolitische Aufgabe für Bund, Länder und Kommunen ist deren schnelle und wirkungsvolle Integration, unterstrich Jutta Liebetruth.

Diese Integrationsleistung erbringen alle Bildungsinstitutionen von der Kita über allgemein bildende und berufsbildende Schulen bis zu den Hochschulen. Es handelt sich dabei, wie beispielsweise bei der Umsetzung von Inklusion und der Einführung von flächendeckenden Ganztagsschulen, um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von überregionaler Bedeutung: Ein weiterer sehr guter Grund zur schnellen vollständigen Abschaffung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich! Dise Forderung stellte Liebetruth in Berlin als stellvertretende AfB-Landesvorsitzende nachdrücklich auf und wurde dabei auch vom AfB-Bundesvorsitzenen Horst Behfeld unterstützt.

Weiterhin diskutierte der Bundesausschuss Zwischenstände der Arbeitsgruppen „Inklusion“ und „Gute Bildung – Auf den Start kommt es an!“ des AfB Bundesvorstandes. In diesen Themenkomplexen wurden auch eine Reihe von Schnittpunkten für die Umsetzung einer guten Flüchtlingsintegration diskutiert.

Beispielsweise sollten in den zu schaffenden Familienzentren an Kitas, Grundschulen sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen auch Sprachkurse für die Eltern der geflüchteten Kinder und Jugendlichen hürdenfrei angeboten werden, informierte Jutta Liebetruth. Gute Inklusion ist natürlich eng verbunden mit guter Integration. Besonders notwendig ist die Stärkung der sozialpädagogischen und schulpsychologischen Betreuung der jungen Flüchtlinge, die aufgrund ihrer Erlebnisse im Krieg und auf der Flucht häufig traumatisiert zu uns kommen, meinte die Bildungsexpertin der Kreis-SPD.