Andreas Steppuhn Ehrengast beim AfA-Knippessen – Entgeltgleichheitsgesetz gefordert

Verden/Landkreis (hm). 25 Jahre Deutsche Einheit - dieses silberne Jubiläum hatte AfA- und Verdi-Kreisvorsitzender Dietmar Teubert zum Anlass genommen, erstmals einen prominenten SPD-Politiker aus den neuen Bundesländern als Ehrengast und Hauptredner zum traditionellen Knippessen der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im Landkreis Verden einzuladen. Es war mit Andreas Steppuhn ein gestandener Gewerkschafter und Sozialdemokrat,

der auf der AfA-Traditionsveranstaltung zum Thema "Arbeits- und Sozialpolitik in Deutschland – Verbesserbar?" sprach.

 

Andreas Steppuhn ist arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt und dortiger AfA-Landesvorsitzender. Auch dem AfA-Bundesvorstand gehört der Politiker aus dem Harzer Land an. Verbindungen zur hiesigen Region hatte er bis heute gepflegt, da er viele Jahre als Jugendsekretär beim DGB-Landesbezirk Niedersachsen Bremen tätig gewesen ist und außerdem als hauptamtliches Mitglied dem Bundesvorstand der Gewerkschaft IG Bau, Agrar und Umwelt angehörte. Bis 1987 war Steppuhn in seinem erlernten Beruf als Stahlbetonbauer tätig. Sich selbst bezeichnete er in seiner Rede als Pionier beim Aufbau der freien Gewerkschaftsbewegung in den neuen Bundesländern, denn schon im Jahre 1990 machte er sich daran, als Gewerkschaftssekretär in Sachsen-Anhalt Aufbauarbeit zu leisten.

 

Zum Thema selbst machte er an einem Beispiel deutlich, wie sehr die Arbeits- und Sozialpolitik in Deutschland noch verbesserungswürdig ist. "Wenn Frauen für gleiche Arbeit immer noch über zwanzig Prozent weniger verdienen als Männer, dann stimmt etwas nicht im Lande. Die CDU ist daher gut beraten, den Weg frei zu machen für ein Entgeltgleichheitsgesetz", forderte Andreas Steppuhn nachdrücklich. Man merkte dem Redner bei all seinen Aussagen an, dass er schon auf dem Sofa von Willy Brandt gesessen hatte.

 

Insgesamt täte mehr AfA der gesamten SPD gut, um wieder mehr Zustimmung in der Bevölkerung zu erhalten. Sozialdemokratische Politik müsse nämlich die Zielrichtung haben, das Leben der Menschen besser zu machen. Diese Verpflichtung habe die SPD bei der Rente mit 63 und beim Mindestlohn erfüllt und damit das Land ein Stück gerechter gemacht. Als nächste Etappe sollte eine Flexibilisierung des Renteneintrittsalters folgen, warb Steppuhn er unter Beifall.

 

Außerdem müsse die Arbeit insgesamt einen höheren Stellenwert erhalten und besser bezahlt werden, weil dies Arbeitsplätze sichert und den Arbeitsmarkt stabilisiert. Der Mindestlohn sei der beste Beweis für diese These, folgert Andreas Steppuhn. Er setzte sich auch dafür ein, dass es beim Mindestlohn keine Abstriche für Flüchtlinge geben darf. "Die Zeit für Dumpinglöhne muss endgültig vorbei sein", betonte er.

 

Ferner forderte er die Bundesregierung dazu auf, die Flüchtlingsursachen gemeinsam mit den europäischen Partnern bereits in den Herkunftsländern entschieden zu bekämpfen, um den notleidenden Menschen bereits in ihrer Heimat eine Perspektive zu geben. Auch Reparaturen in der derzeitigen Arbeitsmarktpolitik hält Steppuhn für erforderlich. Im nächsten Jahr hofft er auf einen Regierungswechsel in Sachsen-Anhalt möglichst nach dem Brandenburger-Muster mit der SPD als stärkste Regierungspartei.