Susanne Kremer bei der AfA: Rente muss für ein gutes Leben reichen!

Verden/Landkreis (hm). Auch in diesem Jahr war es dem AfA-Kreisvorsitzenden Dietmar Teubert wieder gelungen, für das traditionelle Knippessen der SPD-Arbeitnehmerorganisation eine prominente Rednerin zu sozialpolitischen Themen zu gewinnen. Ehrengast und Gastrednerin im vollen Restaurant "Verdener Wappen" war Susanne Kremer (Itzingen), die stellvertretende Landesvorsitzende der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft Niedersachsen-Bremen (Verdi). Als engagierte

Diskussionsteilnehmer waren auch stellvertretender Landrat Helmut Prossner sowie die Bewerber um die SPD-Landtagskandidatur Dr. Dörte Liebetruth und Umut Ünlü dabei.

Im Rahmen der gemeinsamen Rentenkampagne der AfA im Landkreis Verden und der DGB-Mitgliedsgewerkschaften ging Susanne Kremer speziell auf die Ausrichtung der Rentenpolitik in den nächsten Jahrzehnten ein und stellte ihre Aussagen zur Diskussion. Das provokante Thema ihres Vortrages lautete: "Suppenküchen und Armenspeisung – wie leben wir im Alter".

Sie begann ihre Rede mit der Kernaussage, dass die Rente auch künftig für ein Leben in Würde reichen müsse. Dies gehöre zu einem zukunftsgerechten Rentensicherungskonzept und zu einer Strategie gegen Altersarmut. Susanne Kremer begrüßte es, dass in der Frage des Rentenniveaus der Zukunft jetzt Bewegung gekommen ist.Zum ersten Mal liege schließlich ein konkreter Vorschlag von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) auf dem Tisch, der die Automatik des sinkenden Rentenniveaus stoppen will.

Für die SPD-Arbeitnehmerorganisation und die Gewerkschaften müsse allerdings klar sein: "Die Rente darf nicht unter das heutige Niveau von rund 48 Prozent sinken. Hier muss noch Luft nach oben sein", forderte die Expertin unter Beifall.

46 Prozent, wie von Ministerin Nahles als Haltelinie vorgeschlagen, reichen nicht aus, betonte die Rednerin. Das Sinken des Rentenniveaus muss bereits jetzt gestoppt werden. Die 46 Prozent dürfen nicht zum Dogma werden. Vielmehr müssen SPD und Unionsparteien das Rentenniveau bereits jetzt stabilisieren, um den Menschen eine sichere Perspektive für die Zukunft zu geben, warben Gewerkschafterin Kremer und AfA-Kreisvorsitzender Teubert auf der Tagung. Ferner muss die Bundesregierung die Frage nach gezielten Maßnahmen gegen die zunehmende Altersarmut beantworten, forderte die Verdi-Gewerkschafterin.

Die in der Sache richtigen und wichtigen Verbesserungen bei den Erwers-minderungsrenten sollten in großzügigeren Schritten umgesetzt werden, damit sie den Betroffenen auch ausreichend helfen, findet Kremer. Gerade bei den Erwerbsminderungsrenten ist für die Expertin nämlich klar: "Ohne eine gleichzeitige Stabilisierung des Rentenniveaus Richtung 50 Prozent helfen diese jetzt vorgestellten kleinen Schritte nicht. Hier muss Bewegung in die Debatte kommen. Richtig ist jedoch, dass die zusätzlchen Mittel, die bei der Ost-West-Angleichung der Renten nötig werden, aus allgemeinen Steuermitteln gezahlt werden sollen".

Bevor das schmackhafte Knippessen aufgetragen werden konnte, warb Alfons Adam (Langwedel) in einem CO-Referat aus Sicht eines Schwerbehinderten-Vertrauensmannes bei Daimler für wesentliche Verbesserungen beim geplanten Bundes-Teilhabegesetz.

Das Foto von Anton Werle zeigt von links: AfA-Kreivorsitzender Dietmar Teubert, Verdi-Landes-Vize-Vorsitzende Niedersachsen-Bremen, Susanne Kremer und AfA-Sprecher Heinz Möller.