Hepke: Soziale Gerechtigkeit 2017 stärker in den Fokos rücken

Jahresausblick der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf das Jahr 2017 Verden/Landkreis (hm). Die Politik des Jahres 2017 wird ganz im Zeichen der im Herbst stattfindenden Bundestagswahl stehen. Trotz der allgemein guten wirtschaftlichen Lage wird die neu zu wählende Bundesregierung vor großen Herausforderungen stehen. "Es gilt nicht weniger, als die bundesdeutsche Gesellschaft zusammenzuhalten. Es gibt immer noch zu viele Menschen, die nicht an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung

teilhaben konnten", führt Fritz-Heiner Hepke zu Beginn des Jahresausblicks auf das Jahr 2017 des AWO-Kreisverbandes aus.

Hinzu kommen gesellschaftliche Entwicklungen, die neue Verteilungsfragen aufwerfen, hebt der Kreis-vorsitzende des anerkannten Wohlfahrtsverbandes hervor. So werde der demografische Wandel die Sozialwirtschaft in doppelter Hinsicht fordern. Zum einen im Hinblick auf die steigende Nachfrage nach sozialen Dienstleistungen für ältere Menschen und zum anderen im Hinblick auf den Fachkräftemangel, der in vielen Einrichtungen und Diensten schon heute spürbar ist. Gleichzeitig schotten sich Deutschland und Europa immer weiter ab ud die Angst vor Geflüchteten nimmt zu. "Die Antwort kann nur darinliegen, mehr Demokratie zu leben und mehr Vielfalt zu wagen", betont der AWO-Kreisvorsitzende und bekennende Sozialdemokrat Hepke.

Vor diesem Hintergrund fordert der AWO-Kreisverband für das Jahr 2017 von den demokratischen poli- tischen Parteien auf allen Ebenen, sich für eine Politik einzusetzen, die fünf Kernforderungen umsetzt.

  1. Mehr Verteilungsgerechtigkeit schaffen, damit Armut und soziale Ausgrenzung in allen Lebenslagen konsequenter bekämpft wird.  Dies erfordert einen weiteren Ausbau des Sozialstaates, insbesondere realitätsgerechte Grundsicherungs- und Sozialhilfeleistungen sowie ausreichenden bezahlbaren Wohnraum.
  2. Den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken, damit alle Menschen in unserer Gesellschaft gleiche Rechte und gleiche Chancen haben. Dies erfordert vor allem eine konsequentere Gleichstellung von Frauen und Männern, mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderungen, eine entschiedene Bekämpfung jeglicher Diskriminierung und ein Eintreten für eine moderne Vielfaltspolitik über ein längst überfälliges Einwanderungsgesetz.
  3. Geflüchteten muss eine Perspektive gegeben werden, denn Menschen, die vor Krieg und Verfolgung flüchten mussten, sollten einen umfassenden Schutz und eine Perspektive für ein friedliches und selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft erhalten.
  4. Soziale Sicherheit muss gewährleistet werden, zumal unsere Gesellschaft auf dem Ziel von sozialer Gerechtigkeit basiert. Dazu werden starke soziale Sicherungssysteme benötigt, die eine selbstbestimmte Teilhabe und wirtschaftliche Unabhängigkeit in allen Wechselfällen des Lebens garantieren, insbesondere bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Erwerbsminderung, Pflege und im Alter.
  5. Es muss mehr in die soziale Infrastruktur investiert werden, denn soziale Sicherheit in einer verunsicherten und älter werdenden Gesellschaft braucht einmal mehr eine funktionierende soziale Infrastruktur im Quartier, von Kindertagesstätten, über Beratungseinrichtungen bis hin zu Seniorenzentren.

Letztlich ist die Politik in diesem und in den kommenden Jahren gefordert, durch überzeugende Beschlüsse das verloren gegangene Vertrauen der Menschen in den demokratischen und sozialen Rechtsstaat wieder zurückzugewinnen, appeliert der AWO-Kreisvorsitzende und SPD-Sozialexperte Hepke an die Entscheidungsträger.