SPD-Bewerber zur Landtagskandidatur im fairen Wettbewerb

Einen spannenden und diskussionsfreudigen Abend hatte SPD-Kreisvorsitzender Bernd Michallik (Langwedel) als Moderator erwartet und wurde nicht enttäuscht. Der Grund: Am Mittwochabend kam es auf einer kreisweiten Vornominierungskonferenz im gut besetzten Saal des Gasthauses Schröder in Thedinghausen zum Aufeinandertreffen der drei Bewerber um die SPD-Landtagskandidatur.

v.l.n.r.: SPD-Kreischef Bernd Michallik, Umut Ünlü, Dr. Dörte Liebetruth, Carsten Hauschild sowie die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Petra Roselius.

Die Veranstaltung diente als Orientierungshilfe für die Parteibasis für den Wahlparteitag der Sozialdemokraten zur endgültigen Nominierung des Landtagskandidaten am kommenden Donnerstag, 19. Januar, 19 Uhr, im Verdener Hotel Niedersachsenhof. Die Konferenz in Thedinghausen begann mit einer jeweils 10-minütigen Vorstellung der Bewerber Dr. Dörte Liebetruth aus Kirchlinteln sowie der Verdener Kommunalpolitiker Carsten Hauschildt und Umut Ünlü.

Der 31-jährige Verdener Ratsherr Unlü ist als selbständiger IT-Spezialist tätig, ist verheiratet, Vater eines Kindes und hat türkische Wurzeln. Ünlü ist in einer handvoll Organisationen im Sport- und Bildungsbereich ehrenamtlich tätig. In der Landespolitik will sich der junge Sozialdemokrat insbesondere in der Integrationspolitik einen Namen machen und sieht sich dabei als Brückenbauer. „Es muss gelingen, die Menschen abzuholen und einzubeziehen“, unterstrich Umut Ünlü. Besonderes Anliegen ist für ihn die Chancengerechtigkeit im Bildungswesen. Ferner warb er für mehr Engagement im Wohnungsbau und für bezahlbaren Wohnraum. Er appellierte gemeinsam mit seinen beiden Konkurrenten an die Vermieter, den Wohnraumleerstand insbesondere in der Verdener Kernstadt wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen.

Die 37-jährige Sozialrätin beim Land Niedersachsen, Dr. Dörte Liebetruth, ging in Thedinghausen schwerpunktmäßig das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ an. Gerade mit einer guten Sozialpolitik und einer Strategie gegen die Verarmung der Gesellschaft müsse Abstiegsängsten begegnet werden. Auch ihren „Roten Rucksack“ hatte sie in Thedinghausen wieder dabei, mit dem sie so manche Anregung aus Thedinghausen vor fünf Jahren gesammelt und nach Hannover transportiert und umgesetzt hatte. SPD-Kreistagsabgeordnete Liebetruth, die neue Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses beim Landkreis Verden, will sich – wie in der Vergangenheit – intensiv für die Standortsicherung der Aller-Weser-Klinik mit den Krankenhäusern in Verden und Achim einsetzen, wozu in den nächsten Jahren die Realisierung des neuen Bettenhauses in der Kreisstadt besondere Priorität habe. Außerdem müsse das gesamte Bildungswesen ihrer Ansicht nach gebührenfrei sein, um der Chancengerechtigkeit weitere Impulse zu geben.

Mit dem 51-jährigen selbständigen Diplomingenieur Carsten Hauschild stellte sich ein gebürtiger Verdener vor. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder, seit 2011 Ratsmitglied in der Kreisstadt und neuerdings dortiger Vize-Bürgermeister. Er sieht im Landtag seine Berufssparte deutlich unterrepräsentiert. Für ihn soll die Verkehrspolitik ein Schwerpunkt sein, da es hier auch unter Bezug auf den Landkreis Verden noch viel zu tun gebe. Hauschild möchte sich im Landtag verstärkt dafür einbringen, dass die öffentliche Infrastruktur auf Vordermann gebracht wird. Carsten Hauschildt warb in seinem Beitrag auch für optimalen Lärmschutz entlang von Autobahnen und Bahntrassen. Die beste Strategie gegen Armut sind für Hauschildt faire Löhne und der politische Einsatz gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Lohndumping. Es gelte, Probleme vor Ort aufzunehmen und im Rahmen der Möglichkeiten landespolitisch zu lösen. Auch in Hannover wolle er sich dafür einsetzen, dass die Frackingförderung gänzlich aufgegeben wrd, versprach Hauschild nachdrücklich.