Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr und in Bürgerbussen

Die Zielvereinbarung zwischen dem Kreistag und der Kreisverwaltung bis zum Jahr 2016 sah das Ziel vor, gemeinsam mit der Verden-Walsroder-Eisenbahn GmbH ein Projekt zur Elektromobilität zu entwickeln. Der Verdener Kreistagsabgeordnete Gerd Dyck hat dazu nun eine Anfrage an Landrat Peter Bohlmann (SPD) gestellt. Die Anfrage finden Sie hier im Wortlaut.

Gerard-Otto Dyck

Zudem wurde in der letzten Sitzung des Ausschusses für Wasser-, Energie- und Abfallwirtschaft seitens der Verwaltung unter Punkt 5 „Teilnahme des Landkreises an dem Programm European Energy Award (EEA)/Gründung einer Energieagentur“ ausgeführt, dass zukünftig auch kommunal versucht werden müsse, die Energieverbräuche im Verkehr und bei der Wärmeerzeugung zu reduzieren. Diese Ziele wurden auf der Kreistagssitzung vom 3. Februar 2017 nochmals breit bestätigt.

Vor dem Hintergrund, dass der Landkreis Verden Mehrheitsgesellschafter der VWE ist, derzeit sieben Bürgerbusse im Kreisgebiet fahren und bedeutende Investitionen in die Infrastruktur für den öffentlichen Schienen- und Personennahverkehr anstehen (ZOB Verden, Bahnhalt in Kirchlinteln) bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Liegen zwischenzeitlich Ergebnisse bzw. Zwischenstände zu dem o.g. Ziel vor?

2. Werden bei den anstehenden Bauplanungen für die Ein- und Ausstiegsstellen Optionen für Aufladestationen für Busse, PKW und Fahrräder berücksichtigt?

3. Wie wird seitens der Verwaltung die Möglichkeit gesehen, vermehrt Linien- und auch Bürgerbusse mit E-Antrieb einzusetzen?

4. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung für den Ausbau der E-Mobilität im Landkreis Verden und welche Möglichkeiten werden als Gesellschafter der VWE dazu genutzt? Wird derzeit an Konzepten zum stärkeren Ausbau der E-Mobilität im Landkreis gearbeitet? Falls ja, an welchen?

Begründung:

Dass dieses Thema in den nächsten Jahren trotz einer nicht vorhandenen Kreiszuständigkeit auch für uns an Bedeutung gewinnen wird, zeigt sich daran, dass sich die Bundesregierung schon im August 2009 dazu bekannt hat, Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität zu etablieren und nachhaltige Mobilitätskonzepte zu entwickeln.

Um auch im Landkreis Verden einen zukunftsfähigen, auf regenerativen Energien basierenden öffentlichen Personennahverkehr zu entwickeln, werden die Träger des ÖPNV bei der Anschaffung, dem Betrieb und der Bereitstellung der Infrastruktur durch den Landkreis unterstützt. Die vom Landkreis angeschafften dieselgetriebenen Bürgerbusse in den Gemeinden sind sukzessive durch elektrisch betriebene Modelle zu ersetzen.

Durch den Betrieb elektrisch betriebener Fahrzeuge im öffentlichen Bereich und bei den Bürgerbussen werden weniger Schadstoffe in die Umwelt entlassen. Dies gilt sowohl für global wirkende klimaschädigende Emissionen, als auch für Feinstaub, Stickstoffoxide, etc., die sich direkt lokal negativ auswirken. Die Reduzierung von Lärmemissionen, die von herkömmlichen dieselbetriebenen Fahrzeugen ausgehen, ist in den Städten und Ortschaften ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner.

Bei Haltestellen und in Depots sind rechtzeitig geeignete Infrastrukturmaßnahmen vorzusehen, die das zügige Auf-und Nachladen der Speicherbatterien und Akkumulatoren ermöglichen. Hier ist auch eine Kombination mit Photovoltaikanlagen zu prüfen, um den notwendigen Strom direkt umweltfreundlich zu erzeugen. Letztendlich wirkt sich Elektromobilität nur dann positiv aus, wenn der genutzte Strommix ganz oder zu einem großen Anteil aus erneuerbaren Quellen stammt.

Insbesondere an Stellen, wo Schienenhaltepunkte mit Bushaltestellen, PKW-Parkplätzen und und Fahrradstationen zusammentreffen, kann eine optimale Verzahnung der Elektromobilität gelingen.

Eine Abstimmung mit den örtlichen Energieversorgern ermöglicht die anspruchsvolle Bereitstellung großer Energiemengen insbesondere in den Nachtstunden, um das Aufladen der Fahrzeugparks zu ermöglichen. Auch hier kann Elektromobilität einen Beitrag leisten, um die zur Verfügung stehende Energie aus erneuerbaren Quellen, wie z. B. Windstrom, optimal zu nutzen, da normalerweise in der Nacht ein Überangebot vorliegt.

Aufbauend auf einem ganzheitlichen Konzept, dass alle Akteure rechtzeitig beteiligt und einbindet und durch Einwerbung entsprechender Fördermittel unterstützt, kann der Landkreis Verden einen führenden verkehrspolitischen Beitrag für eine zukunftsweisende und zukunftssichere Mobilität leisten. Gleichzeitig setzt der Landkreis Akzente bei der Reduktion des Verbrauchs fossiler Energieträger.