Equal Pay ist machbar und bleibt das Ziel

Der „Equal Pay Day“, der internationale Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, fällt in diesem Jahr in Deutschland auf den 17. März.

Zum „Equal Pay Day“ erklären die SPD-Parteivoarsitzende Saskia Esken und die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Maria Noichl:

Wie wertvoll und „systemrelevant“ die Arbeit im Pflegebereich, im Gesundheitswesen, in sozialen Berufen, im Bildungswesen, im Handel oder in der Gastronomie ist, wird uns in diesen Tagen mit voller Wucht vor Augen geführt. Die Menschen, die in diesen Berufszweigen arbeiten, unter ihnen besonders viele Frauen, können nicht im Homeoffice arbeiten. Sie leisten weiter ihre Arbeit nah bei den Menschen, damit es unserer Gesellschaft auch in einer Ausnahmesituation gut geht, in den Supermärkten, den Pflegeheimen, den Krankenhäusern und in den Wohnungen pflegebedürftiger Menschen. Ihnen gebührt der Dank und die Anerkennung der ganzen Gesellschaft, die in hohem Maße davon abhängt, dass sie weiter ihre Arbeit machen.

Ein gutes Beispiel dafür sind die Pflegekräfte. Ihr Beruf stellt höchste Anforderungen an sie – und wird dennoch unterdurchschnittlich bezahlt. Wir wollen dafür sorgen, – auch über allgemeinverbindliche Tarifverträge – dass das anders wird.

Und wir sehen in der Krise noch einmal verschärft, wie dünn die Personaldecken in der Pflege oft sind. Es stellt sich nicht nur die Frage: Wie lange werden die Pflegekräfte diese außerordentliche Belastung durchhalten. Es ist eine zentrale politische Aufgabe aller Beteiligten, dafür zu sorgen, dass genügend Stellen für Pflegekräfte eingeplant werden, um auch in schwierigen Situationen wie jetzt nicht in Bedrängnis zu geraten.

Equal Pay ist machbar und bleibt unser Ziel.
Von Equal Pay, also gleicher Bezahlung von Frauen und Männern sind wir auch 2020 noch weit entfernt. 20 Prozent im Durchschnitt pro Stunde verdienen Frauen weniger als Männer. Das bedeutet nicht nur, dass Frauen im Durchschnitt über weniger Einkommen verfügen als Männer, es wirkt sich auch negativ auf ihre spätere Rente aus.

Deshalb fordern wir einen höheren gesetzlichen Mindestlohn. Er kommt insbesondere denjenigen Frauen zugute, die noch immer häufig im Niedriglohnsektor arbeiten. Unser Ziel ist dabei perspektivisch, dass der Mindestlohn auf 12 Euro angehoben wird.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass in Betrieben mit Tarifvertrag die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern deutlich geringer ist als in solchen ohne Tarifbindung. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Tarifverträge leichter allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit würde beispielsweise die Situation im Einzelhandel verbessert – wovon sehr viele Frauen profitieren.

Die Lohnlücke ist kein individuelles Problem, sondern hat vor allem strukturelle Ursachen. Um die Rechte der Betroffenen durchzusetzen, bekräftigen wir unsere Forderung nach einem Verbandsklagerecht der Gewerkschaften. Es soll im Entgelttransparenzgesetz verankert werden.

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