Arbeitsmarktzahlen: Kurzarbeit wirkt – Beschäftigung weiter sichern

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt Annelie Buntenbach, DGB Vorstandsmitglied:

„Der Corona-Ausnahmezustand setzt den Arbeitsmarkt massiv unter Druck: Die Zahl der Betriebe und der Menschen, die von Kurzarbeit betroffen sind, ist exorbitant hoch, so hoch wie nie zuvor in der Bundesrepublik. Diese schlechte Nachricht hat aber auch eine gute Seite – Kurzarbeit wirkt.

Denn überall da, wo Kurzarbeit angemeldet wird, sollen Jobs erhalten bleiben. So können wir verhindern, dass die Arbeitslosenzahlen durch die Decke schießen. Der Damm Kurzarbeit hält und wir müssen alles dafür tun, dass er nicht bricht.

Inzwischen hat die Bundesregierung hier Verbesserungen beschlossen – das ist gut so, sie werden dringend gebraucht. Die Gewerkschaften hatten hier mehr gefordert, denn es gibt immer noch soziale Härten beim Kurzarbeitergeld. Für diejenigen, die bereits seit vier Wochen Einkommensausfälle von bis zu 40 Prozent schultern, müssen die Hilfen schneller und nicht erst nach Monaten kommen. Gerade bei niedrigen Löhnen und dann, wenn es keine tarifliche Aufstockung gibt, reicht das Geld oft kaum, um über die Runden zu kommen.

Es gibt aber auch einen saisonuntypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit und in der Grundsicherung. Betroffen sind derzeit vor allem Menschen in Minijobs, Leiharbeit, mit niedrigen Löhnen, in Befristungen oder Solo-Selbstständige. Gleichzeitig steigen die Arbeitslosenzahlen auch deshalb, weil zurzeit kaum Weiterbildung stattfinden kann und Vermittlung in Beschäftigung unter Corona-Bedingungen kaum möglich ist.

Gut ist, dass die Forderung der Gewerkschaften erfüllt wurde, für die Zeit der Krise das Arbeitslosengeld zu verlängern. Jetzt muss alles dafür getan werden, um zu verhindern, dass sich die steigende Arbeitslosigkeit verfestigt. Dazu muss das in der letzten Woche vom Bundestag beschlossene ‚Arbeit-von-morgen-Gesetz‘ seinen Beitrag leisten. Wer seinen Job verliert oder zu verlieren droht, muss schnell und effektiv unterstützt und für neue Aufgaben qualifiziert werden.“

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