SPD-Wirtschaftsforum fordert ein Zukunftsinvestitionsprogramm für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Berlin, den 23. Juli 2020. Das Fachforum Kultur- und Kreativwirtschaft des Wirtschaftsforums der SPD e.V. fordert in seinem heute veröffentlichten Positionspapier „Konjunktur stärken – Transformation meistern. Die Wertschöpfungsbasis der Kultur- und Kreativwirtschaft sichern ein erhebliches Nachbessern des Konjunkturpaktes der Bundesregierung für die Kreativ- und Kulturwirtschaft. Es brauche einen Dreiklang aus Ideen:

  1. Zuschüsse für solche Bereiche, die wie Veranstalter immer noch gar nicht oder nur stark eingeschränkt ihre Geschäfte ausüben können
  2. Ein Zukunftsinvestitionsprogramm, das die mittelständische Kultur- und Kreativwirtschaft bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle fördert
  3. Eine Ausweitung des Ausfallsicherungsfonds, um die Risiken eines zweiten Shutdowns, die heute von keiner Versicherung in Deutschland mehr getragen werden, abzusichern

„Dieses Zukunftsinvestitionsprogramm muss im Kern der drohenden strukturellen Eigenkapitalkrise und daraus folgenden Überschuldung der mittelständischen Unternehmen entgegenwirken,“ so Schatzmeister Heiko Kretschmer. „Andernfalls drohen gerade in einer Zeit des Digitalisierungsschubes Investitionsstau oder Insolvenzen.“ In diesem Zusammenhang kritisiert der SPD-nahe Wirtschaftsverband das Fehlen erforderlicher Antworten seitens der Kulturstaatsministerin und des Bundeswirtschaftsministers.

Investitionsprogramme für die Kultur- und Kreativwirtschaft

„Bestandteil eines Zukunftsprogramms kann die Revolvierung der KfW-Kredite durch ein Bundesprogramm sein, das Investitionen durch eine Kombination aus Krediten und Zuschüssen für mittelständische Unternehmen ermöglicht. Auch die Übernahme durch einen Brancheninvestitionsfonds, an dem sich die Unternehmen beteiligen und ihre Einlagen um ein Vielfaches gehebelt als Investitionszuschuss zurückerhalten, ist denkbar“, hält Kretschmer fest.

Nicht eine Verschuldung ohne Perspektive sei das Gebot der Stunde, sondern Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung, in neue Vertriebswege und Geschäftsmodelle. Eine Strategie zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft solle daher auch die Erschließung neuer Absatzmärkte und Wachstumsperspektiven für die Branche in den Blick nehmen. Jetzt gelte es, durch neue, intelligente Finanzierungsinstrumente diejenigen Unternehmen zu unterstützen, die ohnehin einem hohen Margendruck und niedrigen Erträgen ausgesetzt sind, um sie so nachhaltig für die Zukunft zu stärken.

Keine Kommentare vorhanden

Machen Sie bei der Konversation mit.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.